Stadt Traunstein

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Schulwaldprojekt

Lage und Größe:

 

Der südliche Teil der Waldabteilung „Schnepfenluck“ mit ca. 18 Hektar Fläche liegt im Nordwesten der Stadt und wird im Norden von der Innstrasse, im Osten vom Gewerbegebiet „Die Kaserne“, im Süden vom Amt für Landwirtschaft und Forsten und im Westen von der Siedlung an der Nußbaumer Straße begrenzt. 

 

Schulwald Traunstein

 

 

Die Geschichte des Schnepfenluckwaldes

Bereits im 16.Jahrhundert ist das 18 Hektar große Waldstück als Stadtbesitz und Teil des Haidforstes urkundlich erwähnt. Im Osten gehörten von 1960 -1990 3 Hektar der Fläche zum Umgriff der ehemaligen Prinz Eugen Kaserne.

 

Die Wälder im ausgehenden Mittelalter waren mit den heutigen nicht vergleichbar. Ihre Nutzung konzentrierte sich auf das zu dieser Zeit unersetzliche Energieholz, die Waldfrüchte zur Ernährung des Viehs und die Bodenstreu für Stall und Acker. Bauholz war wegen der noch begrenzten Bevölkerung und seiner geringen Ansprüche weniger gefragt.
Entsprechend sahen die Wälder aus: laubbaumreich, aber lückenhaft und mattwüchsig wegen des starken Nährstoffentzugs durch die Streunutzung. Auf den besseren Böden fanden regelmäßig Rodungen für die zeitweise Anlage von Äckern statt.
Der Name „Schnepfenluck“ lässt auf eine entsprechende Nutzung schließen. Die durch den Ackerbau entstandenen Schneisen oder Lücken wurden von der Waldschnepfe angeflogen und zur Nahrungssuche genutzt (Regenwürmer).
Im Zeitalter der Industrialisierung änderten sich die Ansprüche an den Wald grundlegend.
Das Vieh wurde in den Ställen effektiver gefüttert und mineralische Düngemittel kamen auf den Markt. Die wachsende Bevölkerung brauchte Bauholz und weiterhin Energieholz in großen Mengen. Erste Forstordnungen und auch Förster kamen zum Einsatz. Zur Aufforstung der ausgeplünderten Waldböden verwendete man nun Fichten und Kiefern. Es entstanden großflächig Nadelholz Forste, die auf den verarmten Böden im noch kühlen Klima zunächst viel versprechend aufwuchsen. Aber die Probleme der Nadelholz Monokultur, wie Insektenbefall, Windwürfe, Schneebruch und Stockfäule traten bereits auf.
Im Laufe der Zeit verbesserten sich die Böden wegen der nun unterlassenen Streunutzung wieder. Auch in Traunstein wurden die Fichtenwälder durch sparsame Nutzungen massenreicher und älter.
Nach den überstandenen Kriegswirren und mit zunehmendem Wohlstand in den Zeiten des Wirtschaftswunders änderten sich die Ansprüche und die Einstellung zum Wald erneut.
Vom Wald wird die Multifunktionalität erwartet. Er soll Holzproduzent, Lieferant und Bewahrer aller Naturgüter und Erholungsort für die Menschen sein.
Seit 1959, als die Stadt Traunstein in engen Kontakt mit der Forstlichen Universität München trat, wurde begonnen, Mischwälder mit den heimischen Laubbaumarten und der Weißtanne zu begründen.
Dies war wegen der damals stark überhöhten Rehwildbestände äußerst kostspielig und die Entwicklung verlief zunächst zäh und langsam.
Erst als seit Ende des 20.Jahrhunderts die Rehbestände auf ein waldangepasstes Maß zurückgeführt waren und die künstliche Winterfütterung nicht mehr zur Bestandserhöhung eingesetzt wurde, war es zunehmend möglich, auch die natürliche Verjüngung der Mischbaumarten zu nutzen.
Diese Vorausverjüngung ist den Förstern heute sehr hilfreich. Vor allem dann, wenn die aus den Hochlagen der Gebirge stammenden Fichten wegen der Erwärmung des Klimas ausfallen, und größere Flächen verjüngt werden müssen.
Im Schnepfenluckwald ist diese Entwicklung gut erkennbar, wenn man ihn von Süden nach Norden durchwandert. Die älteren Laubbäume im Süden sind überwiegend hinter Drahtzäunen aufgewachsen und auch im Nordwesten sind die vom Rehwild geliebten Eichen noch im Zaunschutz. Im mittleren Bereich findet man jedoch auch häufig natürlich verjüngte Bäume und die Pflanzkulturen wachsen zum Teil auch ohne Schutz gegen das Wild.
Im Norden entstanden nach starkem Befall mit Borkenkäfern größere Freiflächen, die teilweise schon natürlich verjüngt sind. Kleinere Teilflächen, die durch die konzentrierte Fällung der Fichten entstanden, werden mit Mischbaumarten bepflanzt.
Langfristig soll der Schnepfenluckwald ein ungleichaltriger Mischwald werden, der sich nach Nutzungen und Natureinflüssen immer wieder natürlich verjüngt.

 

Projektarbeiten:

Montessorischule Traunstein

Vorüberlegungen

Konzept der Oberstufe (7./8. Klasse) ist es, Erfahrungsräume zu schaffen, verstärkt Schlüsselqualifikationen wie z.B. Durchhaltevermögen, Problemlösungsdenken oder systematisches Vorgehen einzuüben, die Autonomie der Kinder zu stärken, die Welt handelnd zu erfahren und sich mit der Berufswelt auseinander zu setzen .

 

Projektziele

Im Rahmen unseres Praxisprojektes „Wald“ der 7/8 möchten wir

 

 

  • Komplexe Zusammenhänge verstehen
  • Bedeutung des Waldes erkennen
  • Sich in Arbeitsformen erfahren
  • Ein Thema intensiv erarbeiten
  • Verantwortung für ein Stück Wald übernehmen
  • Kooperationsfähigkeit innerhalb der Schülergruppe fördern
  • Schulklassen- übergreifend arbeiten
  • Beiträge für Homepage, Schülerzeitung oder Eltern gestalten
  • Dokumentationen erstellen
  • Erfahrungen auswerten

Einsätze

Bisher geleistete Arbeiten:

 

 

  • Einführung durch den Stadtförster
  • Schulung der Sinne im Wald
  • Den Wald unter verschiedenen Aspekten beobachten
  • Definition Wald als Lebensgemeinschaft
  • Text: Die Bedeutung des Waldes
  • Vermessung und Kartierung des Grundstückes
  • Pflanzenerkennung
  • Vegetationskartierung
  • Bau eines Regenwurmterrariums
  • Mikroskopieren von Kleinlebewesen
  • Suchen von Spechtbäumen und Kennzeichnung
  • Übertragung auf die Karte

Ausblick

Geplante Arbeiten:

 

  • Nach der Baumfällaktion ausräumen
  • Zugangsweg zur Schule anlegen
  • Spechtbäume deutlich markieren
  • Holz vermarkten
  • Bei der Aufforstung mit Mischwald helfen
  • Informationstafeln erstellen
  • Grünes Klassenzimmer bauen
  • Waldführungen organisieren und durchführen


Projektbeschreibung

Erfassung naturschutzrelevanter Grundlagen im Projektgebiet.

Höhlenbäume und Totholz

Erkenntnisse aus der Urwaldforschung und Untersuchungen zum Artenschutz im Wald unterstreichen die Notwendigkeit der Erhaltung von stehendem und liegendem toten Holz. In den verschiedenen Zerfallsphasen absterbender Bäume leben eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, welche mit ihrer speziellen Lebensweise daran gebunden sind.
Beispiele:         Schwarzspecht, Waldkauz und Hohltaube als Höhlenbrüter, Bockkäferarten und Baumplize.

Alle stehenden Höhlenbäume (mindestens 3m hoch und 25cm dick) wurden markiert und auf der Waldkarte eingezeichnet. Die Zahl ist überraschend hoch. 10% der stehenden Holzmasse als Totholz wird heute im naturnahen Wald als optimal angesehen.