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17-Jährige hilft an der Grundschule: „Es war sehr anspruchsvoll“

Laura Lerch absolvierte FSJ – Stadt Traunstein weitet Angebot aus

Anspruchsvolle Monate liegen hinter Laura Lerch. Die 17-jährige Traunsteinerin hat ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, die meiste Zeit verbrachte sie mit den Schülern der Ludwig-Thoma-Grundschule. „Die Arbeit eines Grundschullehrers ist sehr anstrengend“, sagt die 17-Jährige und räumt auf charmante Art mit so manchen Vorurteilen auf.

Es war das erste Mal, dass die Stadt Traunstein in ihren Schulen ein Freiwilliges Soziales Jahr ermöglicht hat. Und der erste Versuch mit Laura Lerch verlief so gut, dass im neuen Schuljahr gleich vier solcher Stellen geschaffen wurden.

Zunächst wechselte Laura zwischen der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule und der Grundschule. Durch die Corona-Pandemie entfiel dieser Wechsel und sie kam fest zu den jüngeren Schülern. „Ich unterstütze die Lehrer und erkläre manches den Schülern noch einmal. Das war alles sehr anspruchsvoll“, erklärt die 17-Jährige. In der Zeit, in der viele Schüler zuhause unterrichtet wurden, half die Jugendliche in der Notbetreuung aus.

Dieses Engagement rechnet ihr Schulleiter Alexander Fietz hoch an. „Laura hat sehr selbstständig gearbeitet und es macht mir große Freude, das Entwicklungspotenzial zu beobachten.“ Für ihn ist jegliches freiwillige Engagement beispielhaft. „Es ist ein großer Schritt, wenn sich ein junger Mensch darauf einlässt. Es ist immerhin ein halbes Jahr oder Jahr, das man investiert.“

Für ihn hat sich die Arbeit mit Laura Lerch in jedem Fall gelohnt und er freut sich auf die neuen Jugendlichen, die ab Herbst in der Grundschule tätig sein werden: „Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei sehr individuell. In diese Aufgaben muss man hineinwachsen. Wir werden sehen, wo die Stärken liegen. Nur wenn man seinen Platz gefunden hat, kann man sich entwickeln.“

Die Stadt Traunstein hat für das kommende Schuljahr vier FSJ-Stellen geschaffen: eine für die Grundschule Haslach, eine für die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule und zwei für die Ludwig-Thoma-Grundschule.

Ulrike Hoernes sieht für die Jugendlichen eine große Chance, Einblick in pädagogische Berufe zu gewinnen. Sie erleben den Alltag in der Schule, wie er sich für Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen darstellt, hautnah mit – das kann eine Hilfe bei der Berufsfindung sein. Für die Schulen sind die jungen Leute eine Unterstützung zum Beispiel in den Ganztagsklassen und in der Nachmittagsbetreuung. „Die Kinder freuen sich sehr, wenn noch jemand da ist, der ihnen zuhört, ihnen hilft, sich um ihre Anliegen kümmert“, betont die Konrektorin der Mittelschule.

Laura Lerch trennt sich fast wehmütig von ihrer Aufgabe in der Grundschule, freut sich aber auch auf ihre Ausbildung bei der Agentur für Arbeit. Das Freiwillige Soziale Jahr kann sie nur weiterempfehlen: „Ich habe viel gelernt, zum Beispiel mit Konflikten umzugehen und auch mal ‚nein‘ zu sagen.“

 

Veröffentlicht am 20.07.2021
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