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Ausstellung VOR ORT in der Städtischen Galerie

Künstlerische Positionen zum öffentlichen Raum

Eine dokumentarische Ausstellung mit Filmen, Hörstationen, Fotografien und Kunstwerken zeigt die Städtische Galerie Traunstein unter dem Titel „VOR ORT. Künstlerische Positionen zum öffentlichen Raum“. Sie ist vom 10. September bis 2. Oktober in der Städtischen Galerie im Kulturforum Klosterkirche in Traunstein, Ludwigstraße 10-12, zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

Es geht in der Ausstellung um drei große künstlerische Projekte, die in den Jahren 2013, 2017 und 2018 im öffentlichen Raum der Stadt Traunstein realisiert worden sind. Nur in einem Fall war das Projekt für die Dauer geplant: Tatjana Utz‘ interaktive Installation „Ein Kind in Traunstein“ kann nach wie vor am Bahnhofsareal angeschaut und erlebt werden. Die beiden anderen Projekte „…and you?“ von Helmut Mühlbacher im Stadtpark und die Mitmachaktion „public (dis)appearance“ im Park am Wochinger Spitz waren temporäre, an einem Tag stattfindende Aktionen. Dass auch die temporären Aktionen durchaus eine nachhaltige Wirkung entfalten konnten und Folgeprojekte auslösten, das kann unter anderem in der Ausstellung nachvollzogen werden.

Früher verstand man unter Kunst im öffentlichen Raum vor allem eine dekorative Stadtmöblierung an markanten Standorten. Die Aufstellung von bildhauerischen Werken war gedacht als künstlerisches Pendant zu den historischen Sockelplastiken, die zumeist wichtige Persönlichkeiten einer Stadt zeigten. Heutzutage geht es den Künstlerinnen und Künstlern darum, die Stadt als gewachsenes Gefüge erlebbar zu machen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass sich im öffentlichen Raum die in der Stadtgesellschaft bestehenden Werte und Ideale, aber auch existierende Machtverhältnisse, soziale Grenzen und Mängel widerspiegeln.

Charakteristisch für diesen basisdemokratischen Ansatz ist die Forderung, dass Passanten - die sowohl Einwohner einer Stadt als auch Gäste sein können - direkt angesprochen und zu einer Beteiligung an der Kunstaktion aufgefordert sind. Die Beteiligung kann darin bestehen, dass man miteinander ins Gespräch kommt, dass man seine Meinung zu einer bestimmten Fragestellung äußert, die das Leben in der Stadt betrifft, oder dass aktiv an der Gestaltung und Formgebung des Kunstwerks mitgewirkt wird.

Veröffentlicht am 13.09.2022
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