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„… die Verbindung von Farbe und Tanz …“

Finissage mit Lesung in der Städtischen Galerie Traunstein

Zum Abschluss der Ausstellung „Bewegungsstudien nach dem Tanzpionier Rudolf von Laban in Bild & Text“ gibt es am Sonntag, 22. Mai, um 17 Uhr in der Städtischen Galerie Traunstein eine besondere Veranstaltung. Die Schriftstellerin Regine Kress-Fricke liest aus ihrem Gedichtband „Hommage à Martha und Rudolf von Laban“.

Die Autorin ist eine Verwandte des berühmten Tanzpioniers Rudolf von Laban, der Anfang des 20. Jahrhunderts entscheidend dazu beigetragen hat, dass sich der moderne Ausdruckstanz nachhaltig als eigenständige Kunstform in Europa und den USA etablieren konnte. Wesentlich unterstützt wurde er dabei anfangs von seiner Ehefrau Martha, geborene Fricke.

Das junge Paar, das gegen den Widerstand ihrer Familien heiratete, verbrachte gemeinsam einige Jahre in Paris an der berühmten École Nationale Supérieur des Beaux Arts. Martha war als Studentin der Malerei, Rudolf von Laban für Architektur eingeschrieben. Dieses Studium bildete die Grundlage für Labans Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Tanzbewegungen und Raum und führte ihn zur Entwicklung der Tanzschrift „Labanotation“. Die junge Martha von Laban galt als hochbegabte Malerin, aber bevor sich ihr Talent entfalten konnte, verstarb sie an Leukämie im Alter von nur 27 Jahren.

Martha und Rudolf von Laban verband nicht nur die Leidenschaft für die Kunst der Moderne, sondern auch eine ganz besonders innige Liebe, die durch den Tod der jungen Frau, die Mutter von drei Kindern war, allzu früh und tragisch endete.

Regine Kress-Fricke widmet sich in ihren Gedichten beiden Aspekten: der gemeinsamen Begeisterung für die Kunst und der innigen Verbundenheit und großen Liebe des Paares. Dafür findet die Autorin, die sich bereits mit zahlreichen Buchveröffentlichungen einen Namen gemacht hat, gefühlvolle und expressive Worte wie „…gepflastert der Weg mit Gesang | JA JA JA | die Verbindung von Farbe und Tanz…“.

Umrahmt wird die Lyriklesung mit allerlei biografischen Anekdoten, die aus dem Familienumfeld des Paares Martha und Rudolf von Laban überliefert sind. Bei einem Familientreffen in den 1950er Jahren war es auch, dass Regine Kress-Fricke dem Tanzpionier Rudolf von Laban persönlich begegnet ist. Darüber schreibt sie in ihrem Buch: „Ich war damals ein kleines Mädchen und wusste nichts von seiner Bedeutung. Noch heute sehe ich ihn vor mir, wie er im ungeheizten Wintergarten in einem Ohrensessel saß: Ein alter Mann, dessen Gesicht im Gespräch in glühender Lebendigkeit strahlte.“

Die Lesung von Regine Kress-Fricke aus dem Band „Hommage à Martha und Rudolf von Laban“ findet in der Städtischen Galerie Traunstein im Kulturforum Klosterkirche in der Ludwigstraße 10-12 statt. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung mit einer Rauminstallation von Jean Kirsten ist am Sonntag bereits ab 13 Uhr geöffnet. Die Städtische Galerie hat außerdem geöffnet Mittwoch bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

 

Veröffentlicht am 12.05.2022
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