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Eschen fällen bevor sie fallen

Kranke Bäume müssen weichen – Gefährliche Arbeiten an Leite

Die Motorsägen heulen, die Holzspäne fliegen, die Seilwinde zieht fest an: Die Ruhe im Traunsteiner Stadtwald ist für einige Stunden einer lauten Lärmkulisse gewichen. Rund 20 Bäume wurden in dieser Woche an der sogenannten Wäscherleite entlang der Bundesstraße 306 gefällt.

Der Grund dafür ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, wäre nur unter dem Mikroskop sichtbar: Es ist ein Pilz, der sich rasant ausbreitet und gegen den der Mensch machtlos scheint. Der Hymenoscyphus fraxineus befällt mit großer Vorliebe Eschen und auch im Traunsteiner Stadtwald sind viele der Bäume vom Eschentriebsterben betroffen.

Der Pilz infiziert die Blätter, dringt tief ein und lässt die Knospen und dadurch auch die Krone absterben. „Die Bäume haben keine Standsicherheit mehr, weil auch die Wurzeln absterben. Irgendwann wird der Baum umfallen und da wir nicht wissen wann, müssen wir ihn vorher entnehmen“, erklärt Traunsteins neuer Stadtförster Tobias Steiner. „Das ist sehr schade, weil gerade die Esche im den Klimawandel so wertvoll wäre.“ Der aus Asien eingeschleppte Pilz wurde erstmals Anfang der 1990er-Jahre in Europa nachgewiesen und breitet sich seitdem unaufhaltsam aus.

Die Arbeiten in der Leite waren für die Forstarbeiter keine leichte Aufgabe. „Wir hatten hier einen komplizierten Maschineneinsatz: unten die Bundesstraße, in der Mitte ein Wanderweg, an dem entlang unterirdisch Wasserleitungen verlaufen und oben ein Bodendenkmal mit Ringwällen einer alten Burganlage“, erklärt Tobias Steiner. „Es war nicht nur technisch schwierig, sondern auch gefährlich. Zum Glück haben wir zwei erfahrene Forstwirte im Stadtforst, die diese Aufgabe übernommen haben.“ Der Bauhof und die Straßenmeisterei haben die Forstwirte ebenfalls stark unterstützt.

Es ist die erste große Maßnahme, die der neue Stadtförster Tobias Steiner umsetzt. Seit Mitte März ist er im Dienste der Stadt Traunstein unterwegs und kümmert sich um den Wald und seine Tiere.  Mit dem Verlauf der Baumfällarbeiten ist er zufrieden: „Es war ein großer organisatorischer Aufwand, es war technisch schwierig und es war gefährlich, aber es hat alles geklappt.“

Veröffentlicht am 15.06.2022
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