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Kriegsgräbersammlung in Traunstein brachte über 7500 Euro

Fritz Deser und Simon Schreiber mit silberner Verdienstspange ausgezeichnet

Bei der Haus-, Straßen- und Friedhofssammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge haben im vergangenen Herbst Mitglieder der Gebirgsschützenkompanie Traunstein, der Krieger- und Soldatenkameradschaften Haslach und Kammer, Schüler des Annette-Kolb-Gymnasiums und des Chiemgau-Gymnasiums sowie Soldaten der Bundeswehr aus Bad Reichenhall im Traunsteiner Stadtgebiet insgesamt 7535 Euro gesammelt. Bei einer Feierstunde übergab Oberbürgermeister Christian Kegel jetzt diesen Betrag an Bezirksgeschäftsführer Artur Klein vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Bester Sammler war wie schon in den Vorjahren Hansjoachim Mallwitz von der Gebirgsschützenkompanie Traunstein, der am Waldfriedhof allein 2188 Euro sammelte und damit den 13. Platz von über 3100 Sammlern im Bezirksverband Oberbayern belegt. Für seinen Einsatz wurde er vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bereits im vergangenen Jahr mit der goldenen Verdienstspange gewürdigt. Mit der silbernen Verdienstspange ehrte der Bezirksgeschäftsführer nun die Sammler Fritz Deser und Simon Schreiber von der Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach.


Oberbürgermeister Kegel sprach von einer großartigen Sammelleistung und freute sich besonders, dass auch Schüler wieder mit in die Sammlung einbezogen wurden. Die Arbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge diene nicht nur dazu, die Erinnerungskultur an die Gefallenen aufrecht zu erhalten, sondern sie sei auch Arbeit für den Frieden, um nach vorne zu schauen und um ihn auch zukünftig zu erhalten.                                                          


Im Dezember ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge 100 Jahre alt geworden. Er pflegt in 46 Ländern 832 Kriegsgräber mit 2,8 Millionen Toten. Allein im Ersten Weltkrieg sind rund zwei Millionen deutsche Soldaten gefallen. Auch unter der Zivilbevölkerung hat der Krieg unermessliche Opfer gefordert. Aus Bayern ist jeder siebte Mann, der 1914/18 Kriegsdienst geleistet hat - etwa 200 000 Mann -, gefallen. Weitere über 400 000 Mann sind verwundet worden. Im Zweiten Weltkrieg hat Deutschland etwa 6,3 Millionen Tote, darunter 5,2 Millionen Soldaten, beklagt. Von den 3,3 Millionen Deutschen in sowjetischen Kriegsgefangenenlagern sind nur zwei Millionen zurückgekehrt. 2020, 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, lebt mittlerweile die vierte Generation in Deutschland in Frieden.

Nach den Zeitzeugen sterbe nun die Kriegskindergeneration aus und damit die Menschen, die einen direkten Bezug zu den Kriegstoten hätten, so Klein. Die Pflege der Kriegsgräberstätten sei eine völkerrechtliche Verpflichtung. Darüber hinaus habe der Volksbund bereits 1953 beschlossen, mit Schul- und Bildungsarbeit die Kriegsgräber andauernd in den Mittelpunkt der Gesellschaft und insbesondere der nachwachsenden Generationen zu rücken. Anlässlich der Einweihung des Soldatenfriedhofs in Hürtgen 1952 habe der damalige Bundespräsident Theodor Heuss den „Auftrag der Kriegstoten“ wie folgt formuliert: „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe. Friede zwischen den Menschen, Friede zwischen den Völkern“. Mit der Kriegsgräbersammlung hätten die Traunsteiner Sammler dafür Sorge getragen, dass unsere Kriegsgräberstätten auch im nächsten Jahrhundert des Volksbunds ihre Mission verbreiten könnten, betonte Klein.

(Bericht: Günter Buthke)

Veröffentlicht am 12.02.2020
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