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Literaturfest „Leseglück – Grenzenlos Literatur“ als virtuelles Kulturvergnügen

Kultur-Highlight für Literatur- und Bücherfans

Das neue Festival „Leseglück – Grenzenlos Literatur“ sollte nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr auch 2021 durchstarten: mit einem spannenden Mix aus Krimi, Romanen, Theaterszenen und viel Spaß auch für Kinder. Dann kam der Lockdown – und elf regionale Kulturveranstalter beweisen Kreativität und Einfallsreichtum. Sie bieten vom 22. Januar bis zum 18. Februar „Grenzenlos Literatur“ im Online-Format. „Wir bleiben bei unserem Ziel, die Literatur in der regionalen Kulturlandschaft neu zu beleben und Grenzen zu überwinden“, so Johanna Binder, Leiterin der Kulturabteilung des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon. „Dieses Jahr heißt das: in jeglicher Hinsicht flexibel sein und Neues wagen. Das Leseglück-Projektteam will auch künftig den Kontakt zwischen Autoren und Publikum ermöglichen und auch Kindern und Jugendlichen etwas bieten.“ Die spannende Reise in die Welt der Literatur erlebt das Publikum nun daheim vom Sofa aus – aber nur vorerst. „Wir mussten viele Veranstaltungen absagen. Ganz bewusst werden wir aber einige davon als ‚Summer special‘ später nachholen, sobald die Situation es zulässt.“ Wichtig vorab: Alle Online-Lesungen finden in Form einer Videokonferenz über die Plattform Zoom statt. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung über die Website www.leseglueck-grenzenlos.de möglich.

Los geht es am Freitag, 22. Januar mit Perkussionist Erwin Rehling. Er präsentiert um 19:30 Uhr in seiner Online-Lesung mit Musik Geschichten aus seinem Buch „Neues von Früher“. Der Autor weiß mit Drums, Marimba, Schellenbaum, Kuhglocken, Gläsern und Steinen zu hantieren und entführt die Zuhörer im Ambiente des Bauernhausmuseums Amerang in ein kleines Dorf in der Nähe von Wasserburg am Inn, in dem er aufwuchs. Am Donnerstag, 28. Januar heißt es: „Prost Mahlzeit! Das Leben ist ein Überraschungsmenü“. Auf Einladung des Evangelischen Bildungswerks Rosenheim-Ebersberg begibt sich die ehemalige Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler auf eine Lesereise durch ihre Bücher „Prost Mahlzeit“ und „Die großen Töchter Gottes“. Aus ihrem Buch „Prost Mahlzeit“ entnimmt man schmackhafte, zur Jahreszeit passende Leckerbissen, untermalt mit Geschichten aus dem Alltag, und Lebensweisheiten, die zum Genuss, zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Um ernste und immer noch aktuelle Themen geht es am Dienstag, dem 2. Februar in der Online-Lesung „Stauffenberg – Mein Großvater war kein Attentäter“ der Historikerin Sophie von Bechtolsheim. Sie ist die Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und erzählt von den zahlreichen Stauffenberg-Bildern, die ihr im Laufe ihres Lebens begegnet sind – in der Wissenschaft, in den Medien, in der Familie. Verantwortung und Schuld, der Wert der Freiheit – das sind nur zwei Schwerpunkte der Lesung der Schule Schloss Stein. Sie beginnt um 19:30 Uhr.

Diesen Termin am Sonntag, 7. Februar sollten sich auch Jugendliche dick im Terminkalender anstreichen: Kloster Seeon lädt zur Krimi-Lesung im Dunkeln ein. Ab 17 Uhr liest Andreas Schmitz aus dem Buch „Der Mathelehrer und der Tod“ von Marc Hofmann – und das wird ein mitreißender Abend mit dem Projekt „Crime Cinema“ des Trio Zahg. Es steht seit 2008 für eine Musik, die sich über Genregrenzen hinwegsetzt. Ihre musikalische Lesung im Dunkeln entwickelte das Trio ursprünglich zusammen mit blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen. Nur so viel sei verraten: Es wird finster, packend, humorvoll und jeder darf und kann mitmachen!

Am Donnerstag, dem 11. Februar liest Felix Leibrock ab 19 Uhr aus seinem Buch „Wenn der Sommer kommt, tanzen die Träume“. Er hat Germanistik, Geschichte und Evangelische Theologie studiert, leitet das Evangelische Bildungswerk in München, ist Seelsorger bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei und Krimiautor – ein echter Tausendsassa. In seinem Buch geht es um die 18jährige Selma, die durch einen Autounfall erblindet, und erst langsam den Weg ins Leben zurückfindet.

„Nicht vergessen. Bücherverbrennung 1933“ – unter diesem Titel lesen Ensemblemitglieder des Theaters Wasserburg am Donnerstag, 18. Februar ab 20 Uhr aus Briefen, Essays, Lyrik und Prosa von AutorInnen, deren Werk von den Nazis verbrannt bzw. verboten wurde. Beispiele dafür sind Oskar Maria Graf, Franz Kafka, Annette Kolb, Rosa Luxemburg und Robert Musil. Auch in Wasserburg brannten im Mai 1933 Bücher – direkt vor dem historischen Rathaus. Als Orte der Demokratie und Bildung möchten die vhs Wasserburg und das Theater Wasserburg mit der gemeinsamen Aktion „Lesung aus verbrannten Büchern“ die wirkende Kraft der Bildung im Immunsystem der Demokratie stärken.

Neben den Lesungen bietet das Literaturfest „Leseglück – Grenzenlos Literatur“ noch zwei weitere OnlineVeranstaltungen für Erwachsene und Kinder. „Wort und Bild – ein ganz besonderes Paar“ heißt die virtuelle Ausstellung der Städtischen Galerie Traunstein. Zu sehen sind Skizzen- und Künstlerbücher von Wilhelm Neufeld, Georg Huber und Günther Schuhböck. Und – Achtung Kinder: Ab Freitag, 5. Februar präsentiert die Städtische Galerie Traunstein die Buchwerkstatt „Ich klappe mein Buch auf“ und sorgt damit für Abwechslung im heimischen Lockdown-Alltag: Mit Hilfe eines kindgerechten Video-Tutorials können hier Buben und Mädchen ihr ganz eigenes Buch selbst basteln und mit persönlichen Geschichten, Gedichten, Bildern füllen. Alle Informationen dazu und zu allen Lesungen, zur Anmeldung und zu den Teilnahmegebühren gibt es im Internet unter www.leseglueck-grenzenlos.de sowie auf den Internetseiten der jeweiligen Veranstalter. Im Sommer wird dann ein Teil der abgesagten Veranstaltungen live auf den Kulturbühnen der Region nachgeholt werden.

(Pressemitteilung vom 20. Januar 2021, Kloster Seeon/Bezirk Oberbayern)

Veröffentlicht am 21.01.2021
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