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Sitzung des Seniorenbeirats am 9. November

Vortrag über Demenz, Rückblick und Vorschau auf Aktivitäten

Am 9. November traf sich der Seniorenbeirat der Stadt Traunstein zu seiner letzten öffentlichen Sitzung in diesem Jahr. Auch Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer nahm daran teil und beantwortete die ein oder andere Frage.

Ingrid Buschold, erste Vorsitzende des Seniorenbeirates, begrüßte als Gast-Referentin Roswitha Moderegger, erste Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Südostbayern e.V. mit Sitz in Schönau am Königssee. Unter dem Titel „Demenz heißt nicht nur vergessen“ sprach sie eine Stunde lang über die Problematik der Alzheimer Erkrankung und weiterer Ausprägungen der Demenz.

Laut Roswitha Moderegger würde jährlich bei 400.000 Menschen in Deutschland eine Demenz diagnostiziert. Diese gehe oft auch mit einer Depression einher. Weitere Risikofaktoren, die zu einer Demenz führen können, seien zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Rauchen. Leider, so die Referentin, sei das Leben für demente Menschen und deren Angehörige schwierig. Zur Verbesserung der Situation stellte Roswitha Moderegger elf Thesen auf dem Weg zu einer „demenzfreundlichen Kommune“ auf. Folgende Verbesserungen für demente Menschen seien notwendig:

1.     Selbsthilfe sowie Beratungs- und Entlastungsangebote für Menschen mit Demenz und deren Angehörige stärke und ausbauen

2.     Alleinlebende Menschen mit Demenz gut versorgen

3.     Diagnostik von Demenz verbessern

4.     Ambulante Pflege und hauswirtschaftliche Dienste ausbauen

5.     Angebote zur Unterstützung im Alltag ausweiten

6.     Ausreichend Kurzzeitpflege-Plätze zur Verfügung stellen

7.     Spezielle Kurzzeitpflege-Plätze, zum Beispiel ein Demenz-Notfallhaus

8.     Stationäre Pflege stärker auf Menschen mit Demenz ausrichten

9.     Alternative Wohnkonzepte entwickeln

10. Teilhabe und Mobilität durch technische Unterstützungssysteme fördern

11. Gute Versorgung im Krankenhaus

Nach dem Vortrag blickte Seniorenbeiratsvorsitzende Ingrid Buschold auf verschiedene Termine des Seniorenbeirates von September bis November zurück. Insgesamt fanden acht Veranstaltungen von und mit dem Seniorenbeirat statt:

Am 19. September stellten Ingrid Buschold und zweiter Vorsitzender Wolfgang Ruetz die Arbeit des Seniorenbeirates beim Runden Sozialen Tisch vor. Bei dem Treffen, zu dem die Stadtverwaltung rund 40 sozialen Einrichtungen aus Traunstein eingeladen hatte, ging es um das Thema Wohnen. Der Seniorenbeirat nahm dies zum Anlass, seinen Antrag auf die Einrichtung eines Quartiersmanagements vorzustellen. Dieser war im März bei der Stadt Traunstein eingereicht worden.

Am 21. September traf sich der Seniorenbeirat mit Dr. med. Mai Aumüller-Nguyen, Geschäftsführerin und ärztliche Leiterin der SALVE Mobile Reha mit Sitz in Traunstein. Sie wird nächstes Jahr bei einer der Seniorenbeiratssitzungen einen Vortrag über das Unternehmen halten. Es bietet mobile geriatrische Rehabilitation im häuslichen Umfeld an. Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, hat die Einrichtung am 10. Oktober für „Innovative Wege zur Pflege“ ausgezeichnet.

Am 22. September fand auf Einladung von Werner Fertl, Seniorenbeauftragter des Landratsamtes Traunstein) ein Treffen der Seniorenbeiräte im Landkreis Traunstein statt. Auch der Seniorenbeirat aus Traunstein nahm an dem Vernetzungstreffen und Gedankenaustausch teil.

Das Katholische Kreisbildungswerk Traunstein lud den Seniorenbeirat am 7. Oktober zu seiner Projektgruppe „Vernetzte Seniorenarbeit“ ein. Dabei ging es um die Altersarmut in der Stadt. Mit dabei waren auch Florian Seestaller von der Bürgerhilfsstelle im Landratsamt, Claudia Haider von der Traunsteiner Tafel, Brigitte Kohler vom Möbellager der Diakonie Traunstein und Christine Strohmeyer vom Second-Hand-Laden des Katholischen Frauenbundes. Einig waren sich alle darüber, dass es immer schwieriger wird, ehrenamtliche Helfer und Unterstützer zu finden.

Auf Einladung der Stadträtin Andrea Maier stellte Ingrid Buschold am 5. Oktober beim Frauenstammtisch des CSU-Ortsverbandes die Arbeit des Seniorenbeirates vor.

Vertreter des Seniorenbeirates besuchten am 12. Oktober auch die Bürgerversammlung der Stadt Traunstein im HB-Bräustüberl am Stadtplatz.

 Am 14. Oktober stellte sich Hans-Peter Weiß, neuer Geschäftsführer der Stadtmarketing Traunstein GmbH, beim Seniorenbeirat vor. Er erläuterte seine Aufgaben und Ziele. Bei dem Gespräch ging es auch darum, Berührungspunkte zu finden. Ingrid Buschold sprach dabei unter anderem Stadtführungen für Senioren und das Projekt „Nette Toilette“ an. Hans-Peter Weiß sicherte dem Seniorenbeirat zu, auch die Belange älterer Bürger bei seiner Arbeit zu berücksichtigen.

Schließlich lud der Seniorenbeirat am 2. November zu einem Vortrag über Trickbetrug in den Großen Saal im Rathaus ein. Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz Busch, Fachberater für Einbruchschutz und Prävention bei der Kriminalpolizei Traunstein, klärte über die Maschen und Vorgehensweisen der Trickbetrüger auf und gab dabei auch Tipps und Ratschläge zur Vorbeugung.

Nach der Rückschau wurden die geplanten Termine bekanntgegeben: Die nächsten Seniorensprechstunden finden am 7. Dezember und 4. Januar statt, der offene Seniorentreff am 15. Dezember und am 5. Januar. Für 7. Dezember ist um 17 Uhr eine Veranstaltung im Rahmen der Stadtmarketing-Aktion „Kultur-Adventskalender“ gemeinsam mit Traunsteiner Trachtenkindern geplant. Weitere Informationen folgen.

 Bei der Seniorenbeiratssitzung wurde Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer gefragt, ob es möglich sei, an der Rufbus-Haltestelle an der Ecke Karl-Merkenschlager-Straße/Vonfichtstraße eine Bank und/oder einen Unterstand aufzustellen. Dasselbe wünsche man sich für die Haltestelle in der Sonntagshornstraße. Der OB sicherte zu, dass er dies von der Stadtverwaltung prüfen lassen werde, es jedoch nicht möglich sein werde, alle der über 60 Rufbus-Haltestellen damit auszurüsten.

Seniorenbeirat Ernst Schropp sprach die Beschilderung an der Fußgängerunterführung in der Bahnhofstraße an. Dort sorgten seiner Meinung nach verschiedene Schilder für Radfahrer für Verwirrung. Die Durchfahrt für Radfahrer ist dort verboten. Auch hier versprach Dr. Christian Hümmer, dies an die Stadtverwaltung weiterzugeben. Am Ende der Sitzung nutzte der Oberbürgermeister die Gelegenheit, sich beim zweiten Vorsitzenden Wolfgang Ruetz zu bedanken. Er hat sich kurzfristig als Schulweghelfer für Traunstorf zur Verfügung gestellt.

Veröffentlicht am 14.11.2022
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