Große Kreisstadt Traunstein Große Kreisstadt Traunstein

Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Traunstein

Imke von Keisenberg, Lotte Namberger, Thomas Miller und Richard Kraft werden für ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet

Seit 1973 verleiht die Stadt Traunstein ihre Ehrenmedaille an verdiente Bürger als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für besonderes freiwilliges Engagement. Bei einem Festakt im Rathaus zeichnete Oberbürgermeister Christian Kegel Imke von Keisenberg, Lotte Namberger, Thomas Miller und Richard Kraft, mit der Ehrenmedaille der Stadt Traunstein aus.

Die Ehrenmedaille wurde Imke von Keisenberg für ihr besonderes Engagement im Kulturleben der Stadt zugesprochen. Seit 2000 war sie im Team der Traunsteiner Sommerkonzerte, bevor sie 2012 die künstlerische und organisatorische Leitung des Kammermusikfestivals übernahm. „Und damit den Fortbestand eines besonderen kulturellen Schatzes gesichert hat“, wie Kegel betonte. Dabei spielen seit 1980 international anerkannte, preisgekrönte Künstler Konzerte von höchster musikalischer Qualität für Musikliebhaber aus ganz Deutschland. Als künstlerische Leitung präsentiere von Keisenberg nicht nur international bekannte Künstler, sie führe auch das Lebenswerk der 2013 verstorbenen Dorothee Ehrensberger mit derselben Leidenschaft und Begeisterung fort. „Es gelingt ihr, jedes Jahr aufs Neue außergewöhnliche musikalische Momente zu schaffen“, so der Oberbürgermeister. Außerdem sei von Keisenberg seit 2016 stellvertretende Vorsitzende der Kulturfördervereinigung ARTS, die sich der Förderung der Kunst und Kultur in Traunstein sowie der Region, der Unterstützung der hiesigen Künstler habe, fuhr er fort. Auch bei ARTS bringe sie sich unermüdlich und mit großem Engagement ein und trete so in besonderem Maße für das kulturelle Leben in Traunstein ein.
Lotte Namberger verlieh die Stadt die Ehrenmedaille für ihr außergewöhnliches kirchliches und soziales Engagement. „Seit 1974 setzt sie sich mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand, voller Begeisterung und Hingabe für die Stadtkirche Traunstein, insbesondere für die katholische Pfarrei Mariä Verkündigung in Haslach ein“, stellte Kegel fest. Dafür habe sie bereits das Verdienstabzeichen in Gold erhalten. Ab 1978 setzte Namberger sich als stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats für die Belange der Haslacher Pfarrei ein, dessen Vorsitz sie von 1982 bis 2006 innehatte. Daneben arbeitete sie seit 1989 ehrenamtlich und mit großem persönlichen Einsatz für die Kirchenverwaltung und übernahm 2012 das Amt der Kirchenpflegerin. In dieser Zeit erfolgte die Außenrenovierung der Pfarrkirche Haslach.
„Sie hat zudem maßgeblich zur Bildung des Haushaltsverbunds der Stadtkirche Traunstein mit vier Pfarreikirchen beigetragen“, sagte Kegel. Seit dessen Bestehen setze sie sich als Verbundpflegerin erfolgreich für die Kirchenstiftungen und den Kindergartenverbund ein. Durch ihr soziales Netzwerk, ihre persönlichen Kontakte und Verbindungen, von denen alle profitierten, sei sie für viele in Haslach „die gute Seele“, meinte er, der nicht vergaß auch ihre Organisation von Pilgerreisen und ihre Arbeit im Frauen- und Mütterverein zu erwähnen.

Thomas Miller, Verleger des Traunsteiner Tagblatts, erhielt die Ehrenmedaille der Stadt Traunstein für sein umfangreiches, dauerhaftes, leidenschaftliches ehrenamtliches Engagement in Politik, Wirtschaft und Kultur, wie Kegel betonte. Seit den 1980er Jahren habe er sich gemeinsam mit der Stadt Traunstein und der Werbegemeinschaft Traunstein (heute Traunstein erleben) für die Schaffung eines Stadtmarketings eingesetzt, das 2001 gegründet worden sei. Mitgetragen werde es vom Verlag A. Miller, der seit jeher hohe Geldbeträge zur Verfügung stelle. Bei der Sanierung und Umgestaltung der Maximilianstraße habe Miller als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Anliegern fungiert. „So gelang es, die Attraktivität der Maximilianstraße bis heute zu erhalten“, sagte Kegel.
Seit 2009 sei Miller Vorsitzender der Werbegemeinschaft (Traunstein erleben), der es gelungen sei, die Wirtschaft und den Handel in Traunstein zu fördern und die Attraktivität der Einkaufsstadt Traunstein zu erhalten. In diesem Zusammenhang hob der Oberbürgermeister die Traunsteiner Rosentage von Traunstein erleben als eine der schönsten Veranstaltungen in der Region ganz besonders hervor, die seit 2010 sehr großen Anklang gefunden hat. „Rund 20 000 Besucher aus nah und fern locken die Traunsteiner Rosentage jedes Jahr in den Stadtpark“, stellte er fest.
Unter der Federführung von Miller habe Traunstein erleben 2015 und 2017 die Organisation der Gewerbeschau Truna vorbereitet und durchgeführt und damit den Bestand der Leistungsschau der heimischen Unternehmen und Betrieb gesichert. Daneben erwähnte Kegel ebenfalls dessen Einsatz beim Bundeswettbewerb „Eine Stadt blüht auf“, der Traunstein eine Gold- und eine Silbermedaille bescherte, bei der letztlich abgesagten Landesgartenschau sowie seine Tätigkeit als Stadtrat von 2008 bis 2014.
Für dessen „außergewöhnliches Engagement für die Stadt Traunstein und ihre Bürger“ unter dem Leitspruch des Vereine „Eine Zukunft für Traunstein Vergangenheit“ sprach der Oberbürgermeister schließlich auch dem Vorsitzenden des Fördervereins Alt-Traunstein, Richard Kraft, seine große Anerkennung aus. Er bringe nicht nur seine Ideen und Gedanken ein, sondern packe auch selbst mit an. „Andere lassen machen. Das kommt für ihn nicht in Frage.“ Seit Gründung des Fördervereins 1983 setze er sich, zunächst als Beirat, seit 2000 als erster Vorsitzender, für die Wiederherstellung, Bewahrung, Instandhaltung und Pflege historischer Bauwerke in Traunstein ein. Dies belegte Kegel mit der beeindruckenden Aufzählung einer Liste von Projekten, von denen er den Wiederaufbau des Jacklturms herausstellte, mit dem der Stadtplatz einen signifikanten Abschluss und weiteres Wahrzeichen erhalten habe. Wir könnten stolz und dankbar auf die reiche Vergangenheit der Stadt sein, die bis heute ihre Spuren hinterlassen habe. Damit sei aber auch die Verpflichtung verbunden, die Geschichte zu pflegen und das historische Erbe an künftige Generationen weiterzugeben, unterstrich der Oberbürgermeister. Wegen der finanziell und personell begrenzten Ressourcen sei dies für eine Stadt nicht immer einfach, weshalb sie dankbar sei, den Förderverein Alt-Traunstein zu haben.
Dies gilt nach den Worten Kegels in besonderem Maße für den Traunsteiner Salinenpark mit dem Freilichtmuseum, „der unseren wahrscheinlich größten kulturhistorischen Schatz sicht- und spürbar macht.“ Dass es gelungen sei, unsere herausragende Geschichte als Salinenstadt wieder lebendig werden zu lassen, sei der Verdienst von Richard Kraft und dem Förderverein Alt-Traunstein. Mit seinen Mitstreitern habe er sich entgegen vieler Widerstände mit Begeisterung und Leidenschaft für dieses Projekt stark gemacht. Vom Förderverein Alt-Traunstein sei überhaupt erst die Initiative ausgegangen, das Jubiläum 400 Jahre Soleleitung – 400 Jahre Salinenstadt Traunsteiner in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken, das denkmalgeschützte Salinenensemble aufzuwerten und das kulturhistorische Erbe erlebbar zu machen.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte der Oberbürgermeister auf die Bedeutung und Bandbreite des Ehrenamt hingewiesen. „In jedem Fall bereichert es das Zusammenleben unserer Gesellschaft und bietet für Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen Hilfe und Unterstützung“, so Kegel. 31 Millionen Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagieren, seien eine eindrucksvolle Zahl. „Unser Land, unsere Region und unsere Stadt, wir alle brauchen diese Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Können für das Gemeinwohl einsetzen, die ihre Achtung, ihr Verständnis, ihre Gunst und ihre Güte ihren Mitmenschen und damit unserem Gemeinwesen zur Verfügung stellen“, meinte das Stadtoberhaupt. (Bericht: Günter Buthke).

Die Ehrenmedaille der Stadt Traunstein als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für besonderes freiwilliges Engagement übergab Oberbürgermeister Christian Kegel (links) an Richard Kraft, Lotte Namberger, Thomas Miller und Imke von Keisenberg (von rechts). (Foto: Buthke)

Veröffentlicht am 17.12.2019
Zurück zur Webseite
Schließen