Vier Eschen sterben am Guntramshügel

Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung besser als befürchtet

Besser als befürchtet fiel in dieser Woche der Belastungstest der Eschen im Bereich des Guntramshügels aus: Mitarbeiter der Fakultät für Forstwirtschaft (HAWK) in Göttingen haben festgestellt, dass die meisten der Eschen noch standsicher sind und auch starken Stürmen trotzen werden. Lediglich vier der imposanten Bäume müssen gefällt werden. Dies wird in den nächsten Wochen geschehen. Die Stämme werden als Totholz stehen bleiben und so Vögeln und Insekten als Unterschlupf dienen. Die verbleibenden Bäume werden wie bisher weiter kontrolliert. Als Ersatz werden heimische Laubbäume (Linde, Buche, Eiche, Ulme) gepflanzt.

Zur Erklärung noch einmal der Hintergrund dieses wissenschaftlichen Versuchs: Die Stadt Traunstein hat bei der Kontrolle der alten Eschen im Bereich des Guntramshügels in den vergangenen Jahren zunehmend mehr und mehr Pilzbefall festgestellt. Dabei handelt es sich um eine komplexe Erkrankung, die speziell bei Eschen mit dem seit vielen Jahren grassierenden Eschentriebsterben beginnt.

Dieses Eschentriebsterben ist im Anfangsstadium nicht auffällig: Ein unscheinbarer Pilz, das falsche Stengelbecherchen, befällt den Baum. Nach der Infektion sterben in den Eschenkronen zuerst die dünnen Feinäste ab und bei fortschreitendem Befall auch dickere Äste.

In der Folge dringen holzzersetzende Pilze wie der Hallimasch in die Wurzeln der befallenen Eschen ein. Sie zersetzen die Wurzeln, was je nach Bodenfeuchte dazu führen kann, dass die Bäume nicht mehr stabil stehen. 

In den vergangenen Jahren sind bayernweit immer häufiger große und schwere Eschen umgefallen, obwohl sie noch belaubt waren. Denn während die Pilze die Wurzeln zersetzen, bildet der Baum oft neue dünnere Wurzeln, die ihn zwar mit Wasser und Nährstoffen versorgen, ihm aber keine stabile Verankerung im Boden bieten.

Am Guntramshügel haben die Mitarbeiter der Stadt Traunstein an vier sehr alten Eschen dichten Pilzbefall entdeckt.  Diese Bäume sind nicht mehr stabil und müssen deshalb gefällt werden, um die Sicherheit der Menschen gewährleisten zu können.

Die Stadt hat in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Experten gesucht: Die Fakultät für Forstwirtschaft (HAWK) in Göttingen führte am Guntramshügel die wissenschaftliche Untersuchung durch. Mit Hilfe der Ergebnisse konnten die Auswirkungen der Infektionen mit den beiden Pilzarten auf die Standsicherheit kranker Eschen besser eingeschätzt werden. Dafür wurden Bäume bis zum Umkippen belastet. Während dieser Belastungstests wurden hochauflösende Messinstrumente eingesetzt. Das Ergebnis: Die meisten Bäume sind standsicher.

Leider haben wir keinen Alternativtext zu diesem Bild, aber wir arbeiten daran.
Die meisten Bäume am Guntramshügel sind trotz Pilzbefalls noch standfest. Lediglich vier müssen gefällt werden. Foto: Stadt Traunstein