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Traunsteiner Sommerkonzerte

Das kleine, aber exquisite Kammermusikfest steht auf gesunden Füßen und kann seit seinem Gründungsjahr 1980 auf eine konstante Hörerzahl vertrauen. Das Programm, das Klassik, Romantik, klassische Moderne und Gegenwartsmusik gleichermaßen berücksichtigt, zieht im Spätsommer Musikliebhaber aus ganz Deutschland in die Große Kreisstadt. Auch in Fachkreisen werden die Traunsteiner Sommerkonzerte wegen des hohen künstlerischen Niveaus der Interpreten anerkannt und geschätzt. Der Bayerische Rundfunk ist langjähriger Medienpartner, der jährlich einige Konzerte mitschneidet. Auch der Deutschlandfunk Kultur, Berlin sendet Konzertmitschnitte aus Traunstein.

Termine und weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Traunsteiner Sommerkonzerte

Traunsteiner Sommerkonzerte 1. - 7. September 2019

Musik à la francaise
Traunsteiner Sommerkonzerte von 01. bis 07. September

Nach den Programmschwerpunkten Tschechien, Türkei. Dänemark und Polen stehen in diesem Jahr bei den 37. Traunsteiner Sommerkonzerten zwei westliche Nachbarländer im Fokus. Kompositionen aus einem relativ kleinen Zeitraum der französischen und belgischen Musikgeschichte prägen die insgesamt sieben Konzerte. Die Zeitspanne reicht von den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei war Paris stets eindeutig das Zentrum, dort spielte die Musik im wahrsten Sinne des Wortes.  

Beim Blick auf die ausgewählten Komponisten kann man ein Geflecht von Bekanntschaften, engen Freundschaften, künstlerischen Verwandtschaften sowie eine Anzahl von Lehrer/Schüler-Verhältnissen ausmachen. Eine Verzahnung, die sich durchaus verwirrend anhört: Der gebürtige Belgier César Franck beispielsweise war Lehrer von Ernest Chausson. Maurice Ravel war Schüler von Gabriel Fauré, dessen Lehrer wiederum war Camille Saint Saens. Francis Poulenc geriet in der Groupe des Six unter den Einfluss von Erik Satie. Der Belgier Eugène Ysaye war Widmungsträger von Werken Francks, Debussys, Saint Saens’ und Faurés. Nadia Boulanger wiederum hatte als Organistin in Paris eine enge künstlerische Verbindung zu Fauré, und Ravel zählte zu den bevorzugten Mitgliedern ihrer privaten „Boulangerie“, einem Treffpunkt der französischen Musikwelt. Und: Jaqueline Fontyn aus Belgien war Schülerin von Nadia Boulanger. Alles in Allem sozusagen eine generationenübergreifende große musikalische Familie rund um die französische Metropole.

Jean Cocteau hatte 1918 geschrieben: „Ich wünsche mir von Frankreich mehr französische Musik!“  Er forderte seine Zeitgenossen auf, sich frei zu machen: vom übermächtigen germanischen Geist eines Beethoven und Wagner, aber auch vom in Mode gekommenen impressionistischen „Klangnebel“ und vom Einfluss der russischen Musik. Wer fühlte sich da angesprochen? Wen hat Cocteau mit seinem Aufruf gemeint? Wer ist seinem Postulat am weitesten gefolgt und hat sich Einflüssen und Strömungen am stärksten widersetzt? Die Konzerte geben Antworten. Auf der einen Seite ist da viel Traditionsbewusstsein auszumachen, auf der anderen Seite aber auch deutliche Eigenständigkeit, brüske Abkehr vom musikalischen Erbe und heftige Provokation, wie beispielsweise bei Satie. So kommt im Programm insgesamt gesehen eine Vielfalt von Stilen und Formen zusammen, erstaunlich bunt und höchst anregend für Hörer, die sich für ein kleines, wichtiges Segment Musikgeschichte interessieren. Bereichert wird das „frankophile“ Programm mit Werken von Haydn, Beethoven, Grieg, Schumann, Mendelssohn, Brahms und einem brandneuen Streichquartett der bulgarischen Komponistin Dobrinka Tabakowa.

 

Das Programm der Traunsteiner Sommerkonzerte 2019 im Überblick:

01. September: Das Berliner Mariani Klavierquartett (Stipendiat des Deutschen Musikrats) spielt Werke  von Beethoven, Schumann und Fauré.

02. September: Starpianist Alexandre Tharaud aus Paris ergänzt sein französisches Programm (Saties Trois Gymnopédies und  La Valse von Ravel) mit Griegs Holberg Suite und zwei Beethoven-Sonaten (op. 109 und op. 110).

03. September: „The French-American Connection“ - so nennen die Interpreten (Arcis Saxophon Quartett und das Duo Cello/Klavier von Raphaela Gromes und Julian Riem) ihr Programm. Hier treffen Saint Saens, Debussy und Ravel auf  Bernstein und Gershwin. Alle sechs Musiker sind 1. Preisträger verschiedener Wettbewerbe.

04. September: Sonaten von Mendelssohn, Brahms, Satie und Ravel spielt das Duo Violine/Klavier von Antje Weithaas und Silke Avenhaus, beides große Namen in der internationalen Kammermusikszene und beide schon mehrmals zu Gast in Traunstein..

05. September: Streichquartette von Haydn, Debussy, Mendelssohn sowie das Auftragswerk von Dobrinka Tabakova hat das Goldmund Quartett auf seinem Programm. Im vergangenen Jahr gewannen die vier Musiker aus München wichtige Preise: den 2. Preis beim Streichquartettwettbewerb in London und den 1. Preis beim Melbourne International Chamber Music Competition im Fach Streichquartett.

06. September: Zum siebenten Mal gibt es ein Wiedersehen mit dem Cellisten Maximilian Hornung. In Begleitung des Pianisten Herbert Schuch kommen Duos von Beethoven, Poulenc, N. Boulanger und Franck zur Aufführung.

07. September: Auch das Morgenstern Trio war schon mehrmals zu den Traunsteiner Sommerkonzerten eingeladen. Auf dem Programm stehen Klaviertrios von Jaqueline Fontyn und Schumann. Und als krönender Abschluss der diesjährigen Konzertreihe wird, zusammen mit dem Goldmund Quartett, das Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett von Ernest Chausson aufgeführt.

Die 37. Traunsteiner Sommerkonzerte haben wieder viel Musikerprominenz eingeladen. Hohes Niveau wird garantiert und ein Programm, das aufschlussreiche Einblicke in Kammermusik à la francaise gibt. Der Bayerische Rundfunk schneidet die Konzerte VI und VII mit.

Details zum Programm sind unter www.traunsteiner-sommerkonzerte.de zu finden. Eine Kartenreservierung ist unter der Telefonnummer 0861 / 2099660 oder per E-Mail an traunstein.sommerkonzerte@t-online.de möglich.

(Text: Imke von Keisenberg)

Sponsoren

Wir danken der Stadt Traunstein, dem Freistaat Bayern, dem Bezirk Oberbayern, allen Partnern, Sponsoren und vor allem den Musikfreunden für ihre Unterstützung.

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Impressionen

© Stadt Traunstein / Markus Aichhorn

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