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Salinenpark

Der neue Traunsteiner Salinenpark wurde für Einheimische wie Gäste der Stadt errichtet, um die baulichen Zeugnisse aus der Salinenzeit wieder erlebbar zu machen. Zugestellt durch Gebäude jüngerer Zeit war ein Blick auf die Fassaden der denkmalgeschützten Produktions- und Wohnstätten von der Salinen- und der Reiffenstuelstraße aus nur sehr eingeschränkt möglich und der räumliche Zusammenhang mit dem gegenüberliegenden Rupertistadl unter anderem auch wegen der beidseits der Salinenstraße vorhandenen Heckenpflanzungen nicht erkennbar. Nun erfolgt die Zufahrt zur Stadt erkennbar durch den historischen Salinenbezirk.

Grünflächen

Die Grünflächen im Salinenpark sind in unterschiedliche Bereiche gegliedert: Entlang der Straßen befindet sich ein salzverträglicher Bankettrasen, im westlichen Teil unter den alten Bäumen ein strapazierfähiger Gebrauchsrasen. Im zentralen Bereich wurde eine Blühwiese mit hohem Gräseranteil (80 Prozent) und Obstbäumen angelegt, die entlang der Wege von einem blühenden Saum eingefasst wird. Im östlichen Bereich wurde eine Blumenwiese mit geringerem Gras- und größerem Blumenanteil (40 und 60 Prozent) angesät. Ausschlaggebend waren neben einem attraktiven Gesamtbild vor allem ökologische Aspekte, die Grünflächen stellen einen nachhaltigen Wert unter anderem für Bienen sowie andere Insekten und Lebewesen dar. Die Grünflächen benötigen zur Entwicklung allerdings mindestens zwei Vegetationsperioden Zeit, sodass der endgültige Zustand im Augenblick noch nicht zu sehen ist.

Wege

Die Freilegung des Grundstücks ermöglicht eine neue diagonale Wegebeziehung von der Kreuzung an der Reiffenstuelstraße in Richtung Karl-Theodor-Platz. Dadurch verkürzt sich der Weg aus Richtung Bürgerwaldstraße ins Stadtzentrum, außerdem führt er zukünftig durch eine attraktive Parkanlage. Der Weg entlang des Apothekergartens wurde als wassergebundene Decke ausgeführt, die übrigen Wege mit einem sogenannten Olympiamastix-Belag befestigt. Dies hängt mit ihrer stärkeren Beanspruchung zusammen sowie mit der gewünschten Barrierefreiheit. Die Gussasphaltflächen mit Kiesauflage bieten ebenfalls ein attraktives Erscheinungsbild, sind belastbar und nicht so unterhaltsaufwendig. Der Name leitet sich von der erstmaligen Nutzung bei den Olympischen Spielen im Münchner Olympiaparkgelände ab, er wird seitdem in zahlreichen Parkanlagen eingebaut.

Ausstattung

Der Förderverein Alt-Traunstein hat für die Ausstattung des Parks mit mehreren Objekten gesorgt. Als wertvollstes ist die in einem verglasten Pavillon aufgebaute denkmalgeschützte Reichenbach'sche Solehebemaschine aus dem Jahr 1810 zu nennen, von der es nur noch sehr wenige funktionsfähige Modelle gibt. Im Rahmen von Führungen wird die Pumpe in Gang gesetzt und die Funktionsweise erläutert. Das Wasserrad ist eine von einer erfahrenen Spezialfirma ausgeführte Rekonstruktion der Sole-Pumpe, die von Vater und Sohn Reiffenstuel für die Soleleitung zwischen Reichenhall und Traunstein um das Jahr 1619 entwickelt wurde. Ergänzt werden die Exponate um einen aufgeschichteten Ster Holz, soviel war im 18. Jahrhundert für die Produktion von 100 Kilogramm Salz erforderlich, sowie einige Holzdeicheln, die dem Transport der Sole (unter anderem auch zwischen dem Rupertistadl und dem Brunnhaus) dienten. Auf Schautafeln wird hierüber sowie über die Geschichte des Salzes in Traunstein und den Transport der Sole informiert, in einem Medienraum im Erdgeschoss des Albertistocks werden zu festgelegten Zeiten Filme vorgeführt, ein virtuelles Relief der Soleleitung präsentiert und weitere Ausstellungsstücke gezeigt.

Beleuchtung

Um die Wirkung und Benutzbarkeit des Salinenparks zu unterstützen und zu gewährleisten wurden auch verschiedene Beleuchtungsmaßnahmen konzipiert. Die Straßenbeleuchtung wurde auf die gegenüberliegende Seite der Salinenstraße versetzt, die Hauptwege werden zurückhaltend aber ausreichend mit Lichtpollern ausgeleuchtet, Wasserrad und Pumpe werden wie die Bänke akzentuiert. Die Wasserfläche im Becken wird ebenso dezent hervorgehoben wie die Fassaden der Salinenhäuser, die sonst bei Dunkelheit so gut wie gar nicht erkennbar wären. Vom Staatlichen Bauamt wird der Rupertistadl in Kürze in gleicher Art angestrahlt, sodass dann die Raumwirkung auch nachts umfassend erlebt werden kann.

Apothekergarten

Auf Initiative des Homöopathiehauses Traunstein und zahlreicher Traunsteiner Apotheker wurde ein Apothekergarten angelegt, dessen Pflege für die ersten Jahre auch von jenen finanziert wird. Er soll die lange Tradition von Traunstein als Gesundheitszentrum widerspiegeln und an die Bedeutung von Heilpflanzen erinnern. Etwa 200 verschiedene Heilpflanzensorten, zu einem großen Teil aus dem Botanischen Garten in München, wurden gepflanzt und sind, wie die historischen Klostergärten, nach pflanzensoziologischen Kriterien sortiert und auf unterschiedliche Lebensbereiche mit deren Bodenbeschaffenheiten abgestimmt.

Kunst im Park

Die Reihe „Kunst im Park“ mit Ausstellungen am Wochinger Spitz und im Stadtpark wird auch auf den neuen Salinenpark ausgeweitet. Den Beginn machen drei Exponate des Künstlers Heiko Börner, mit denen die Verbindung von Natur (Holz) und Technik (Stahl als industrieller Werkstoff) symbolisiert werden soll.

Zeitschiene, Kosten und Finanzierung

Die detaillierten Planungen für den Park erfolgten im Jahr 2017, der Abriss der alten Gebäude und die Freilegung des Geländes fanden im ersten Halbjahr 2018 statt. Die Errichtung der Einbauten und die Landschaftsbauarbeiten wurden ab Juli 2018 durchgeführt. Der Gesamtaufwand für die Planung und die Ausführung der Arbeiten sowie den Aufbau der Ausstattung beträgt rund 1,75 Mio. Euro. Die Realisierung des Parks wurde nur durch großzügige Zuschüsse aus Mitteln der Städtebauförderung, durch die Unterstützung des Fördervereins Alt-Traunstein sowie von Institutionen und nicht zuletzt Privatpersonen möglich.

 

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