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Das Archivale des Monats

Lieber Besucher,

hier stellt Ihnen das Stadtarchiv jeden Monat ein anderes historisches Dokument aus seinen reichhaltigen Beständen vor. Viel Spaß beim Stöbern in der Stadtgeschichte.

Archivale Januar 2018

Das „Jahr des Salzes“ das Traunstein 2019 begehen wird, wirft seine Schatten bereits voraus. Anlass für dieses Jubiläum ist die Inbetriebnahme der Saline in der Au am 5. August 1619. Voraussetzung dafür, dass in Traunstein überhaupt Salz gesotten werden konnte, war der Bau der Soleleitung, genial durchgeführt von Vater und Sohn Hans und Simon Reiffenstuel.

Das Stadtarchiv wird 2019 – voraussichtlich in der dann wieder nutzbaren Städtischen Galerie an der Ludwigstraße – eine Ausstellung gestalten, die sich die „Traunsteiner Salzgeschichte“ zum Thema gewählt hat. Dies bedeutet zugleich eine Darstellung der Traunsteiner Stadtgeschichte, von der Gründung der Stadt über die Gewährung der Stadtrechte und der ersten Salzhandelsprivilegien, den Salzhandel, die Produktion des „Weißen Goldes“ bis hin zur Sprengung des Karl-Theodor-Sudhauses in den 1920er Jahren; denn: Ohne Salz gäbe es auch die Stadt Traunstein, wie wir sie heute kennen, nicht.

Gezeigt werden dabei auch diese beiden Schilder mit Regalaufschriften aus der Registratur des ehemaligen Salzmaieramtes (StATS, A 1409–1870, XII 7/4). Die dort aufbewahrten Unterlagen, heute im Staatsarchiv München zu finden, geben unter anderem Auskunft über einen sehr interessanten sozialgeschichtlichen Fall, der zeigt, dass Frauen schon damals Opfer sexueller Gewalt wurden, ausgeübt von Männern, die ihre gesellschaftliche Macht und Position skrupellos ausnutzten. Die gerade hochaktuelle „#MeToo-Kampagne“ hätte auch in der Saline Au zahlreiche Anhängerinnen gefunden, hätten die Frauen dieser Zeit nur entsprechende Möglichkeiten gehabt!

Wer jetzt neugierig geworden ist, dem sei das gerade erst erschienene Jahrbuch des „Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein“ wärmstens empfohlen. Der versierte Heimatforscher Albert Rosenegger schildert darin diesen Skandal in aller Deutlichkeit und mit den ihm zugänglichen archivalischen Quellen bestens belegt.

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