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Das Archivale des Monats

Lieber Besucher,

hier stellt Ihnen das Stadtarchiv jeden Monat ein anderes historisches Dokument aus seinen reichhaltigen Beständen vor. Viel Spaß beim Stöbern in der Stadtgeschichte.

Archivale November 2019

Die Fahne der Revolution am Traunsteiner Rathaus

100 Jahre Weimarer Republik – dieses Jubiläum wurde in diesem Jahr vielfach beleuchtet, in Ausstellungen, Vorträgen, Publikationen, Filmbeiträgen und so weiter. Auch in Traunstein fand es Beachtung in Gestalt einer Sonderausstellung über „Deutschlands erste Demokratie“ im Heimathaus sowie einer Vortragsreihe der vhs im Rahmen des „Studiums Generale“.
Am Anfang dieser bewegten Weimarer Zeit, die mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 jäh endete, stand die Novemberrevolution 1918 in der Endphase des 1. Weltkriegs (der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, so die Meinung zahlreicher Historiker). Es folgte eine Zeit der Angst und Unsicherheit, der Not und des Elends, der Gewalt von rechts und von links. Räterepublik – unter diesem Stichpunkt fassen viele die ersten Monate des Jahres 1919 zusammen.
Auch in Traunstein war die Lage damals äußerst angespannt. Und um zu zeigen, „daß hier […] keine gegenrevolutionären, monarchistischen Bestimmungen geplant sind und um „allen Mißverständnissen und Erregungen“ den Boden zu entziehen – so der Wortlaut des damals öffentlich angeschlagenen Plakats“ –, hing am 24. Februar 1919 die Revolutionsfahne vom Rathaus herab. Das Archivale des Monats November, eine mit roter Farbe kolorierte und beschriftete Schwarz-Weiß-Postkarte aus dem im Stadtarchiv verwahren Nachlass des Stadtchronisten Franz Büttner, dokumentiert dieses Ereignis.

Wer mehr darüber erfahren möchte, was sich damals alles in Traunstein ereignet hat, dem sei das Standardwerk von Gerd Evers „Traunstein 1918–1945. ein Beitrag zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Traunstein“, erstmals erschienen 1991 und 2013 neu aufgelegt, ans Herz gelegt. Auch in dem vom Verfasser dieser Kolumne 2017 aufgelegten Buch „Öffentlicher Anschlag – Plakate als Spiegel der Traunsteiner Stadtgeschichte“ steht viel über diese Jahre zu lesen. Und aktuell wird sich auch das Jahrbuch 2019 des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein, das Mitte Dezember auf den Markt kommt, in zwei Beiträgen von Altoberbürgermeister Fritz Stahl und Stadtarchivar Franz Haselbeck mit der Weimarer Republik auseinandersetzen.

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