Ein bunter Gaudiwurm schlängelte sich durch Traunstein
Tausende Mitwirkende und Zuschauer verwandelten die Traunsteiner Innenstadt in eine große Faschingsmeile. Der bunte Gaudiwurm am Faschingssamstag (14. Februar 2026) setzte sich pünktlich um 14 Uhr mit knapp 70 Wagen- und Fußgruppen – angeführt von den Gastgebern, der Veitsgroma Zunft – am Festplatz in Bewegung. Die Zugstrecke führte über die Salinen- und Maxstraße, ehe sich der Faschingszug am Stadtplatz auflöste und in eine ausgelassene Party überging.
„Wir sind mit dem diesjährigen Traunsteiner Faschingszug sehr zufrieden“, betonte Josefine Berny, Präsidentin der Veitsgroma Zunft. Sie zeigte sich begeistert von der großartigen Stimmung und dem reibungslosen Verlauf. Rund drei Stunden nach dem Start rollte der letzte Wagen an der Sprechertribüne am Maxplatz vorbei. Bereits gegen 11 Uhr waren die ersten Fahrzeuge am Festplatz eingetroffen und verwandelten das Areal in eine bunte Freiluftdisco. Die Nachwuchsschnalzer aus Waging marschierten vorneweg und kündigten den Zuschauern entlang der Strecke den Beginn des Zuges an.
Auch bei den Sicherheitskräften gab es am Ende zufriedene Gesichter. „Alles ist wie geplant verlaufen“, informierte Traunsteins Feuerwehr-Kommandant Christian Schulz. Insgesamt waren 28 Feuerwehrleute und 23 Sanitäter sowie Einsatzkräfte der Polizei vor Ort, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Florian Zeltsperger, Bereitschaftsleiter beim BRK in Traunstein, berichtete: „Unsere ehrenamtlichen Helfer mussten 29-mal Hilfe leisten, überwiegend bei kleineren Blessuren. Neun Personen wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht.“
„Traunstein ist als Faschingshochburg zurück“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. „Trotz des nasskalten Winterwetters sind tausende Menschen in die Stadt gekommen, um gemeinsam ausgelassen und friedlich die närrische Zeit zu feiern und einen bunten Faschingszug zu erleben.“
Angeführt wurde der Zug von den Gastgebern der Veitsgroma Zunft, die mit ihrem Fanfarenzug und zahlreichen Mitgliedern ein prächtiges Bild boten. Auf ihrem Wagen befanden sich unter anderem Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und seine Frau Veronika, verkleidet als Königspaar. Wie viele andere warfen sie fleißig Süßigkeiten und kleine Geschenke in Richtung der wartenden Kinder, die mit großer Begeisterung ihre mitgebrachten Säckchen füllten.
Besonders die Fußgruppen der Faschingsvereine aus Kammer, Trostberg, Chieming, Waging am See, Tittmoning und Teisendorf sorgten mit ihren Darbietungen immer wieder für Aufsehen und erhielten kräftigen Applaus. Die Stadtmusik Traunstein begeisterte mit handgemachter Musik. Einen weiteren musikalischen Höhepunkt bot die brasilianische Trommlergruppe „VemComigo“. Auch der Fanfarenzug der Feuerwehr Trostberg sowie die Faschingsmusik aus Waging heizten den Zuschauern mit schwungvollen Klängen ein.
Viele Gruppen und Wagenbauer hatten ihre Auftritte mit großem Engagement und Liebe zum Detail vorbereitet. Zu den Glanzlichtern zählten ohne Zweifel die „Vachendorfer Harlekin Girls“ und die „Dirlinger Flamingos Showtanzgruppe“. Auch die Gruppe „Elfenfit“ sowie die „papergeilen Wonneberger Mamageie“ beeindruckten mit prächtigen Kostümen.
Mit der Forderung „In drei Sekunden vom Campus Chiemgau in die Traunsteiner Innenstadt“ und dem Wunsch nach einer U-Bahn für die Große Kreisstadt setzten die Traunsteiner Grünen ein augenzwinkerndes Zeichen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Für alpenländische Klänge sorgten die Feldwieser Alphornbläser. Die „de Vogelwuiden Waginger“ traten als Sonntagsfahrer auf und auch die Berchtesgadener Goassenzunft bereicherte den Umzug mit eindrucksvollen Masken.
Die „Oidenmarkter Bochrat’z“ glänzten gemeinsam mit weiteren Vereinen aus und um Altenmarkt mit aufwendig gestalteten Kostümen und Fahrzeugen. Unter dem Motto „Venezianische Nächte“ nahmen sie sich den Fasching in Venedig zu eigen und feierten „Venezianische Nächte“ auf den Straßen Traunsteins. Zahlreiche weitere Teilnehmer aus dem gesamten südostbayerischen Raum reihten sich in den Zug ein – viele nahmen dafür eine längere Anfahrt in Kauf.
Aktuelle Themen griffen ebenfalls mehrere Gruppen auf: Der Burschenverein Nußdorf und die Faschingssandler widmeten sich der Wehrpflichtdebatte, die Teilnehmer des „Faggestoi“ nahmen das Hobby Horsing humorvoll aufs Korn. Die Gruppe „Limberg/Boadahausen“ übte Kritik an der Krankenhausreform, während die Mooshammer Hütte und die „Faschingsgemeinschaft SVEO“ Beispiele zur Optimierung der Altenheime lieferten. Die Allerfinger Hüttn thematisierte die Mietpreisbremse.
Einen sehenswerten Wagen zum Thema „150 Jahre Telefon“ präsentierte der Montagsstammtisch Maisenberg/Taufkirchen. Insgesamt war die Themenauswahl breit gefächert und reichte von Bauernhofmotiven über „Shaun das Schaf“, Mallorca, Lufthansa, „Der Münchner im Himmel“, Las Vegas, „Fluch der Karibik“, Lucky Luke, Harry Potter, Weltall, Kaminkehrer und Formel 1 bis hin zu „Manta Manta“.
Die Präsidentin der Veitgroma Zunft, Josefine Berny dankte allen Helfern: „Ohne den großartigen Einsatz unzähliger Vereinsmitglieder wäre das alles nicht zu schaffen“, betonte sie. Ihr Dank galt ebenso den unterstützenden Firmen und Betrieben, den Sicherheitskräften sowie den Mitarbeitern der Stadt Traunstein. Ein besonderes Dankeschön richtete sie an alle teilnehmenden Vereine und Gruppen: „Sie alle haben einen tollen Beitrag zu einem rundum gelungenen und äußerst unterhaltsamen Traunsteiner Faschingszug 2026 geleistet.“
(Text: Hubert Hobmaier, Bilder: Hagen Schäfer)