Stadt zeichnete verdiente Feuerwehrler aus

Großer Ehrenabend zur Verabschiedung aus dem Dienst im Kulturforum Klosterkirche

Ertönt der Piepser, kommt es in der Regel auf jede Minute an, um rechtzeitig am Einsatzort zu sein: wenn es brennt, Hochwasser und Überschwemmungen drohen, Unfälle abzuwenden sind oder auch mal ein Hornissennest zu entfernen ist. Mehr Zeit gönnten sich Führungskräfte und Vereinsvorstände der fünf Traunsteiner Feuerwehren samt Angehörigen bei einem großen Ehrenabend der Stadt im Kulturforum Klosterkirche. Im Rahmen eines Festakts wurden dort acht Floriansjünger aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Bei ihrem jahrzehntelangen Einsatz haben die Männer den Wehren viele Impulse gegeben, Kameradschaft gepflegt, Veränderungen mitgestaltet und das Sicherheitsgefühl in der Stadt gestärkt. Als Ehrengäste gekommen waren auch Kreisbrandinspektor Martin Schupfner, die beiden Kreisbrandmeister Florian Jurisch und Albert Rieder sowie Feuerwehrreferent Andreas Kaiser.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer rief eingangs zu einer kurzen Gedenkminute an die beiden verstorbenen Feuerwehrler Georg Osenstätter aus Kammer und Johannes Haberlander aus Wolkersdorf auf. Der Rathauschef erinnerte daran, dass der ehrenamtliche Feuerwehrdienst größten Respekt verdiene. Bedeute er doch nicht nur Technik und Einsatzfreude, sondern sei auch von Verlässlichkeit und Zusammenhalt speziell in risikoreichen Situationen geprägt und erfordere mitunter persönlichen Verzicht.

Gerade vor diesem Hintergrund sei es umso unverständlicher, wenn sich Feuerwehrler bei ihrem freiwilligen Engagement für die Stadt immer häufiger groben Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt sehen würden. Etwa bei Straßensperrungen infolge von Verkehrsunfällen oder Veranstaltungen. Traunsteins Kommandant Christian Schulz hatte sich dazu vor kurzem ausführlich in der Presse geäußert und für „mehr Gelassenheit im Umgang miteinander plädiert“.

Hümmer verwies auf das hohe Gut, dass der freiwillige Dienst und die unzähligen Einsatzstunden „bei Tag und bei Nacht“ für die Gemeinschaft und die Sicherheit der Bürger und Unternehmen in der Stadt bedeute. Deshalb sei den Grobheiten einer Minderheit gegen Einsatzkräfte entgegenzutreten und die Stadt sichere dazu „ihre volle Unterstützung zu“.

In der Folge stellten die Kommandanten die einzelnen Geehrten vor. Mit vollendetem 65.Lebensjahr scheiden sie laut Feuerwehrgesetz aus dem aktiven Dienst aus. Traunsteins Kommandant Christian Schulz lobte Peter Loban mit mehr als 51 Dienstjahren, der im April 1973 in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Traunstein eingetreten war, als Führungskraft und „eine der wichtigsten Stützen im Hintergrund“. Im vorbeugenden Brandschutz, als Ansprechpartner für Firmen von Brandmeldeanlagen sowie seit 1986 in der Ausbildung von Atemschutzträgern und als Leiter bzw. Koordinator der Atemschutzstrecke Traunstein sei er unverzichtbar gewesen.

Zum Schicksalstag wurde der 5. März 2024 für ihn, wo er sich bei einem Brand in der Kammerer Straße eine schwere Handverletzung zugezogen hat. Trotz massiver Einschränkungen – auch beruflich als Selbstständiger eines Hausmeisterservices – habe Loban „nie den Spaß verloren, anderen zu helfen und sein Wissen weiterzugeben“, so Schulz, was ihn besonders heraushebe.

Klaus Kropp, 1. Kommandant der Haslacher Wehr, freute sich über die Wertschätzung der Stadt gegenüber den ausgeschiedenen Kameraden, die über Jahrzehnte familiäre Entbehrungen, persönliche Einsatzrisiken und schlimme Erlebnisse in Kauf genommen hätten. Kropp überreichte eine Urkunde an Rupert Geistanger und Sepp Wernberger (beide 49 Jahre im Feuerwehrdienst), Sepp Windfellner, Hias Mörtl, Hans Geserer (alle 48 Jahre) und Jürgen Mayer (36 Jahre). Alle sechs Männer seien „tragende Säulen“ gewesen und bei den Kameraden „jederzeit willkommen“ - nicht zuletzt bei der Feier des 150. Jubiläums des Feuerwehrvereins im kommenden Jahr.

Ernst Harrecker jun., 1. Kommandant der FFW Wolkersdorf, gratulierte Albert Haberlander für 47 Jahre aktiven Dienst und überreichte eine Urkunde. Aufgrund seines Amtes als Feuerwehrreferent der Stadt war auch Stadtrat Andreas Kaiser aus dem aktiven Dienst als 2.Kommandant der Wolkersdorfer Wehr ausgeschieden. Er erhielt dafür einen Geschenkkorb überreicht.

In einer kurzen Ansprache bezeichnete dieser die Geehrten als „die wahren Helden, auf die man sich stets verlassen kann“ – egal ob bei Brand, Unfall oder kuriosen Einsätzen. Kaiser erinnerte an die vielen Einsätze bei den Jubiläumsfeiern im letzten Jahr und die technisch immer anspruchsvolleren Aufgaben. Er lobte ebenfalls die Familien und Arbeitgeber für ihre Unterstützung der aktiven Feuerwehr. Untermalt von stimmungsvoller Musik des Trios von Musikschulleiter Heinrich Albrecht klang der Ehrenabend bei einem Festschmaus aus.