Kunstprojekte und Ausstellungen


Die 8. Bayerischen Jugendkunstschultage 2026 kommen nach Traunstein!

 

 

Aufwachsen in heutigen Zeiten – Herausforderung und Chance

8. Bayerische Jugendkunstschultage finden in Traunstein statt

Nach Amberg und Nürnberg kommen die 8. Bayerischen Jugendkunstschultage in diesem Sommer nach Traunstein. Der Landesverband für Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen Bayern e.V. , der die Interessen und Zielsetzungen von über 50 Jugendkunstschulen in ganz Bayern vertritt, richtet alle zwei Jahre die Bayerischen Jugendkunstschultage aus, idealerweise in Kooperation mit einer im Verband organisierten Einrichtungen vor Ort. In Traunstein ist das die Schule der Phantasie, deren Team an der Planung und Realisierung des Events am Campus St. Michael maßgeblich beteiligt ist.

Die zweitägige Veranstaltung Anfang Juli mit Workshops, fachlichen Impulsen, Podiumsdiskussionen und viel Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen und künstlerisch-kreativ tätig zu werden, steht unter dem Motto „wachsen, wuchs, gewachsen“. Angesprochen werden Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene, denen die Entwicklung junger Menschen nicht nur am Herzen liegt, sondern die erkannt haben, welch eine fundamentale Bedeutung das Aufwachsen und die Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen für die gesellschaftlichen Herausforderungen und Entwicklungen in unserer Zeit haben. Dass es dem Verband nicht um die Verwaltung von Bastelkursen geht, spiegelt sich im Programm der Bayerischen Jugendkunstschultage und in der Auswahl der eingeladenen Impulsgeberinnen, Künstlerinnen, Pädagogen und Politikerinnen wider. So geht es bei einem interaktiven Wortwechsel des Publikums mit Vertretern aus Politik und Kultur um die Frage, was Kinder und Jugendliche brauchen, um gut, gesund und glücklich aufzuwachsen, was wir dafür individuell tun können und was sich gesellschaftlich verändern muss. Inhaltlich vertieft werden die Themen bei einer „Wachstumsimpulse“ genannten Vortragsreihe, in der wissenschaftliche Perspektiven aus den Disziplinen Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Klimakommunikation mit dem Publikum erörtert werden. Ganz wichtig bei der Zusammenstellung des Programms sind die immer wieder eingestreuten Praxistransfers, in denen Theorie und Gespräch in gestalterische, spielerische Formen überführt werden, dazu gehört auch das „Wandelessen“ mit dem Kochkünstler Alfred Preißler aus Bamberg, das weit mehr ist als das übliche Tagungscatering.

Im Zentrum der 8. Bayerischen Jugendkunstschultage stehen junge Menschen und ihnen wird mit dem 24-Stunden-Radio eine große Bühne gegeben, denn die heranwachsende Generation kommt dabei selbst zu Wort. Mal lustig und anekdotisch, mal überraschend nachdenklich äußern sich über 100 Kinder und Jugendliche zum Thema „wachsen“ in einer endlosen Klang- und Wortcollage -  zu hören in der Kunstbox auf der Dachterrasse des Lehmbaus am Campus St. Michael. Den feierlichen Auftakt des 24-Stunden-Radios, der auch als Web-Stream ausgestrahlt wird, begleitet Dr. Andrea Niedzela-Schmutte vom Bayerischen Kultusministerium. Ihre Anwesenheit und die jahrelange Unterstützung des Kultusministeriums für den Landesverband für Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen in Bayern unterstreichen die überregionale Relevanz, welche die Landespolitik der kulturellen Bildung zuschreibt.

Eröffnet werden die 8. Bayerischen Jugendkunstschultage mit kurzweiligen Grußworten von Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, Wolfgang Dinglreiter, Stiftungsdirektors vom Campus St. Michael, und der Vorständin des LJKE Bayern e.V., Ulrike Meyer aus Erlangen.

Die 8. Bayerischen Jugendkunstschultage am 3. und 4. Juli in Traunstein sind eine Intervention in übliche Abläufe, tagespolitische Sachzwänge und unhinterfragte Normen des Alltags. Denn es geht um nichts weniger als die Zukunft der jungen Generation.

Weitere Infos und Anmeldung unter www.ljke-bayern.de.

Ansprechpartnerin vor Ort: Judith Bader, Leiterin der Städtischen Galerie und der Schule der Phantasie Traunstein: 0861 164319 oder galerie@stadt-traunstein.de 

Detaillierte Infos zum Programm:

Die Kreativworkshops für alle Altersgruppen machen das Wachsen, Werden und Vergehen konkret erlebbar: Zusammen mit Cosima Strähhuber und Claudia Weber (Künstlerinnen der Schule der Phantasie Traunstein) erweitern die Teilnehmenden den Lehmbau des Campus St. Michael um eine gemeinschaftlich gebaute Wohnung aus Naturmaterialien. Im Dachgarten entstehen auf einer endlosen Papierbahn zusammen mit Helmut Mühlbacher (Künstler & Landschaftsarchitekt) Zeichnungen von entdeckten und erfundenen Pflanzen und Blüten. Bei einem bewegten Workshop draußen und drinnen erkunden die Mitwirkenden gemeinsam mit Lisa Klauser (Musikpädagogin) spielerisch-performativ Räume und Richtungen des Wachsens.

Bei einem Streifzug durch das 4,5 Hektar große Areal für Jung und Alt zeigt Helmut Mühlbacher, der als Landschaftsarchitekt die Außenanlagen des Campus St. Michael maßgeblich mitgestaltet hat, wie in der vielfältigen Flora rund um das Lehmhaus Natur und Kultur selbstverständlich ineinandergreifen.

Beim 24-Stunden-Radio kommt die heranwachsende Generation selbst zu Wort! Mal lustig und anekdotisch, mal überraschend nachdenklich äußern sich über 100 Kinder und Jugendliche aus ganz Bayern zum Thema „wachsen“. Ihre Gedanken, Ideen und Fragen werden als endlose Klang- und Wortcollage vor Ort in der Kunstbox präsentiert und als Web-Stream ausgestrahlt. Den feierlichen Auftakt um 18 Uhr begleitet Dr. Andrea Niedzela-Schmutte vom Bayerischen  Kultusministerium.

Zu den 8. Bayerischen Jugendkunstschultagen in Traunstein begrüßen mit kurzweiligen Grußworten Dr. Christian Hümmer (Oberbürgermeister Stadt Traunstein), Wolfgang Dinglreiter (Stiftungsdirektor Campus St. Michael) und Ulrike Meyer (LJKE Bayern e. V.).

Bei einem interaktiven Wortwechsel kommen die Podiumsgäste untereinander und mit dem Publikum in den Austausch: Was brauchen Kinder und Jugendliche, um möglichst gut, gesund und glücklich aufwachsen zu können? Was können wir individuell tun und was muss sich gesellschaftlich verändern? Kiki Schmidt (Amt für Kultur und Freizeit Nürnberg) moderiert die Gesprächsrunde mit MdL Dr. Ute Eiling-Hütig (Ausschuss für Bildung und Kultus im bay. Landtag), Theresa Hobe (Mental Health Initiative), Dr. Robert Jende (anstiftung), Lukas Rath (Studio Hitzefrei, Klima Campus), Dr. Johanna Vocht (STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte) und Prof. Sarah Dorkenwald (UndesignUnit)

Aus drei unterschiedlichen Disziplinen kommend teilen Dr. Robert Jende (Soziologie), Theresa Hobe (Mental Health) und Lukas Rath (Klimakommunikation) ihre Perspektiven miteinander und mit den Besuchenden:

 

1) Performative Soziologie: Spielerisch Gesellschaft verändern
Viele Menschen hören auf zu spielen, wenn sie erwachsen sind und das Aufwachsen vermeintlich beendet haben. Spiele finden dann nur noch in geordneten Bahnen statt – klare Regeln bilden Geländer und Korsett. Dabei ist Spielen eigentlich eine Superkraft. Im Spiel gerät die Welt in Bewegung, Dinge lassen sich umstellen, ausprobieren, neu sortieren. Ohne Spielen wächst keine neue, immer wieder blühende Zukunft. Die Zukunft verkümmert, weil in der Gegenwart bloß Vergangenheit nachgespielt wird. Die gute Nachricht, davon ist Robert Jende überzeugt: Zukunft fängt in dem Moment an zu wachsen, in dem jemand den Schritt vom Zuschauen ins Mitmachen wagt. Nicht mit einem fertigen Plan, sondern mit Neugier – und mit der Bereitschaft, etwas zu üben, was vorher vielleicht keiner konnte. Es wachsen neue Beziehungen, geteilte Verhaltensweisen, frohe Gemüter und mutige Freundlichkeit. Und manchmal ein kleines Stück Welt, das vorher noch nicht da war.

 

2) Planting the Seed: Mentale Gesundheit bei Jugendlichen fördern
Wie können junge Menschen gut aufwachsen und sich entfalten – und welche Rolle spielt mentale Gesundheit dabei? Durch Präventionsworkshops pflanzen wir Samen, deren Wirkung sich oft erst später entfaltet. Wachstum ist kein linearer Fortschritt, sondern ein individueller, oft widersprüchlicher Prozess, der auch Unsicherheit und Überforderung umfasst. Mentale Gesundheit bedeutet nicht reines „Funktionieren“, sondern die Fähigkeit, mit sich selbst und anderen in Beziehung zu bleiben, Belastungen einzuordnen und Unterstützung zu suchen. Aus der Perspektive der Mental Health Initiative (München) werden zentrale Spannungsfelder beleuchtet: Wie sprechen wir über mentale Gesundheit, ohne vorschnell zu pathologisieren? Wie schaffen wir Räume für Austausch auf Augenhöhe und echte Beteiligung, ohne zu überfordern? Anhand von Einblicken in das Programm „Youth Aware of Mental Health“ und das EU-Projekt „Peace in Mind“ wird eine Haltung skizziert, die auf Vertrauen und Ko-Kreation setzt und Jugendliche als aktive Mitgestaltende adressiert.

 

3) Zwischen Bubble und Boden: Wachsen im digitalen Wirrwarr
Wenn wir über das „Wachsen“ junger Menschen sprechen, müssen wir auch über ihren Nährboden reden – die digitale Welt. Doch zwischen Aufmerksamkeitsökonomie und Filterbubbles ist dieser Boden oft vergiftet. Der Reality-Check zeigt toxische Rollenbilder, Weltuntergangsszenarien und Hass als Zeitvertreib. In diesem digitalen Lärm drohen die existenziellen Fragen unserer Zeit zu verstummen. Lukas Rath teilt seine Erfahrungen aus vielen Jahren Social Media Strategie, Klimakommunikation und Content Erstellung und geht der Frage auf den Grund: Welche Skills brauchen wir, um uns im digitalen Wirrwarr nicht zu verlieren, sondern zu wachsen? Wie bereiten wir Jugendlichen ein Umfeld, in dem Kreativität blüht, statt unter Doomscrolling und AI Slop zu ersticken? Wie geben wir der jungen Generation das Rüstzeug zur digitalen Selbstverteidigung mit? Denn jenseits manipulativer Tech-Konzerne wartet ein digitaler Spielplatz unendlicher Möglichkeiten – etwa für die Kommunikation von Klimathemen außerhalb einer Öko-Blase mit dem Anspruch, Nachhaltigkeit und die Alltagskulturen junger Menschen zusammenzudenken.

Ausgehend von den Wachstumsimpulsen der drei Fachleute aus Soziologie, Psychologie und Klimakommunikation begleitet das Team des LJKE Bayern alle Anwesenden beim Transfer in das eigene (z. B. kulturpädagogische) Handlungsfeld. Fragend und formulierend, diskutierend und dokumentierend, nachempfindend und vorausdenkend, vor allem aber ganz alltagspraktisch nähern sich alle miteinander oder jede:r für sich einer Haltung und Vorstellung davon an, wie wir als „Wachstums-Begleiter:innen“ jungen Menschen begegnen, ihre und unsere Unsicherheiten angesichts aktueller gesellschaftlicher Dynamiken zulassen und das (Auf-)Wachsen in all seiner Unplanbarkeit und Widersprüchlichkeit, Vielschichtigkeit und Verflochtenheit zelebrieren können und möchten.

Essen nährt und stärkt, erfreut und verbindet – erst recht, wenn man es selbst zusammenstellt und gemeinsam genießt. An acht Stationen lädt Alfred Preißler (Kochkünstler) ein, sich mit allen Sinnen auf den intensiven Geschmack und das großartige Gefühl frisch aus dem Garten stammender und aus dem Ofen kommender Lebensmittel sowie sorgsam ausgewählter und abgestimmter Gewürze und Zutaten einzulassen. Acht Sammelkarten geben Anregungen zum Austauschen, Nachdenken und Nachkochen.

Bei einem Streifzug durch das 4,5 Hektar große Areal für Jung und Alt zeigt Helmut Mühlbacher, der als Landschaftsarchitekt die Außenanlagen des Campus St. Michael maßgeblich mitgestaltet hat, wie in der vielfältigen Flora rund um das Lehmhaus Natur und Kultur selbstverständlich ineinandergreifen.

Link zu: Programm und Anmeldung: Anmeldung bis zum 1. Juli möglich auf der Homepage LJKE Bayern e.V.


Jahresprogramm 2026 der Städtischen Galerie

Hier finden Sie das Jahresprogramm der Galerie zum Download als pdf-Datei: Jahresprogramm 2026