In drei Jahren viel auf den Weg gebracht
Bilanz gezogen über seine dreijährige Arbeit hat der Seniorenbeirat der Stadt Traunstein in seiner Abschlusssitzung im Großen Saal des Rathauses.
Zum Auftakt begrüßte die 1. Vorsitzende Ingrid Buschold Stadträtin Andrea Maier als neu ernannte Seniorenreferentin, die sich bisher schon stark in die Projekte des Gremiums miteingebracht hat.
Für den Rückblick stellten die einzelnen Kooperationspartner nochmal stichpunktartig die Resultate der zentralen Anliegen des Seniorenbeirats vor. „Wir haben tatsächlich in drei Jahren sehr viel vorangebracht in der Stadt“, kommentierte Ingrid Buschold. Zentrale Themen seien Digitalisierung und Einsamkeit im Alter gewesen.
Zusammen mit Beiratsmitglied Reinhard Mühlbauer erklärte Stadtjugendpflegerin Pea Breutel die Projekte „Taschengeldbörse“ und „Digitale Sprechstunde für Senioren“, die zusammen mit dem Kinder- und Jugendzentrum realisiert wurden. Das ursprüngliche Anliegen der Taschengeldbörse war, dass Jugendliche Senioren mit kleinen Unterstützungsarbeiten helfen und sich so etwas dazuverdienen. Dieses Konzept wurde aber aus verschiedenen Gründen geändert. Umso erfreulicher war der große Zuspruch für das neue Konzept von digitalen Sprechstunden, bei denen sich Senioren Rat für die Handy- und Tabletnutzung holen konnten. Bereits zum Auftakt beim Digitaltag im März 2024 kamen 100 Besucher. Ebenso groß war die Resonanz bei den folgenden sechs Sprechstunden mit Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren.
„Handyspaß kennt kein Alter“: So lauteten die von der Volkshochschule (VHS) Traunstein zusammen mit dem Seniorenbeirat veranstalteten Kurse, die ältere Menschen an den Umgang mit dem Handy heranführen und Ängste abbauen sollten. Die Details erläuterten VHS-Leiterin Angela Engel mit Bereichsleiterin Corinna Feil und Uwe Wieteck vom Seniorenbeirat. Dank der Nutzung von Fördergeldern konnten mehrere Hilfsdozenten wertvolle Unterstützung bei den stets ausgebuchten Kursen im Begegnungszentrum LEO 42 leisten. Die Kursteilnehmer sahen die Angebote als „außergewöhnlich und sehr gut“ an. Dank zusätzlicher WhatsApp-Gruppen konnten auftretende Fragen und Probleme zeitnah gelöst werden. Aufgrund hoher Resonanz wurden weitere Kurse auch in Siegsdorf, Marquartstein, Ruhpolding und Reit im Winkl angeboten. Insgesamt nahmen 300 Senioren seit 2024 daran teil. Eine Fortführung startet im Herbst. Uwe Wietek ergänzte, dass im Gemeinschaftraum in der Au in Traunstein ein „Digitalcafé“ in Planung ist, bei dem man sich alle ein bis zwei Wochen über Computer- und Handyfragen austauschen kann.
Über das 2024 realisierte Projekt „Nette Toilette“ als Win-win-Situation informierte die 1. Vorsitzende Ingrid Buschold. Ausgehend von einer Initiative in Baden-Württemberg gibt es derartige Einrichtungen inzwischen über 200-mal in Deutschland – auch in Traunstein. Die von Gastronomen zur kostenlosen öffentlichen Benutzung zur Verfügung gestellte Toilette bieten in der Stadt mittlerweile 15 Betriebe und Einrichtungen an. Die Rückmeldungen seien sehr positiv. Nutznießer seien auch Familien mit kleinen Kindern, hieß es.
Eine sehr große Resonanz gefunden hat seit der Gründungsveranstaltung am 8. Juli 2025 mit rund 100 Teilnehmenden auch das Quartiersmanagement in der Au im neuen Gemeinschaftsraum am Salinenpark. Das Projekt wurde auf Antrag des Seniorenbeirats ins Leben gerufen. Details der Aktivitäten bis zur Vereinsgründung im Mai dieses Jahres stellten Quartiersmanagerin Karin Drexler von der Wohnungsbaugesellschaft und Seniorenbeirat Wolfgang Ruetz vor. Den Raum nutzt auch der Seniorenbeirat für seine Sprechstunden. Ziele des Vereins sind das Zusammenbringen von Jung und Alt. Karin Drexler wies auf eine neue Ausgabe des Erzählcafés am 16. Juni im Gemeinschaftsraum hin, bei dem es um Geschichten aus der Au geht.
Ebenfalls gut angenommen worden ist das auf Initiative von Seniorenbeirat und Stadträtin Andrea Maier vorangetriebene Projekt „Ratschbankerl“. Es brachte das Jahres-thema des Seniorenbeirats „Einsamkeit im Alter“ von 2025 positiv in die Umsetzung. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt wurden inzwischen über die Stadt verteilt acht gekennzeichnete Bänke aufgestellt, die niederschwellig zu einem Plausch einladen, wie Andrea Maier informierte. Das Thema stieß auch bei den Medien auf großes Interesse.
Horst Trüdinger informierte über Bürgerrückmeldungen zur Arbeit des Seniorenbeirats. Demnach waren die Seniorensprechstunden eher mau besucht, während die offenen Seniorentreffen im LEO 42 der Lebenshilfe viele Besucher hatten.
Reinhard Lampoltshammer berichtete vom Treffen der Seniorenbeiräte im Landkreis, bei dem festgelegt wurde, durch wen der Landkreis im Landesseniorenrat vertreten wird. Dies sind: Franz Heuberger aus Grassau, Marlene Meißner aus Trostberg und Reinhard Mühlbauer aus Traunstein. Nachrücker sind Reinhard Lampoltshammer aus Traunstein, Peter Volk aus Nußdorf und Erwin Karg aus Unterwössen.
Zur Wahl des neuen Seniorenbeirats berichtete Ingrid Wolf, dass sich zwölf Kandidaten beworben haben und damit laut Satzung keine Briefwahl notwendig ist. Der neue Seniorenbeirat wird in der Junisitzung des Stadtrats vorgestellt. Vom bisherigen Team kandidieren Renate Michl und Claudia Trapp nicht mehr. Umfassende Worte des Dankes für die integrative und vielseitige Arbeit des Seniorenbeirats äußerte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer: „Der Seniorenbeirat hat in den vergangenen drei Jahren mit großem Engagement, viel Herzblut und bemerkenswerter Tatkraft wichtige Impulse für unsere Stadt gesetzt. Sie haben Themen aufgegriffen, die viele ältere Menschen unmittelbar betreffen – von Digitalisierung über gesellschaftliche Teilhabe bis hin zum Kampf gegen Einsamkeit im Alter – und daraus konkrete, erfolgreiche Projekte entwickelt. Ob digitale Sprechstunden, das Projekt ,Nette Toilette‘, die ,Ratschbankerl‘ oder die Unterstützung des Quartiersmanagements in der Au: Die Mitglieder des Seniorenbeirats haben gezeigt, wie generationenübergreifendes Miteinander gelingen kann und wie aus Ideen echte Verbesserungen für die Menschen in Traunstein entstehen. Besonders beeindruckend ist dabei, wie eng Sie mit Vereinen, Einrichtungen, Ehrenamtlichen und der Stadtverwaltung zusammengearbeitet haben.
Für diesen großen Einsatz, die konstruktive Zusammenarbeit und ihre wertvolle ehrenamtliche Arbeit danke ich den Seniorenbeirätinnen und -beiräten – auch im Namen der Stadt Traunstein – sehr herzlich und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit all jenen, die auch in den kommenden drei Jahren im Seniorenbeirat mitwirken werden.“
Dem Dank von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer schloss sich auch Werner Fertl, Seniorenbeauftragter des Landkreises, an.